Biostrom – Die gute Alternative gegen steigende Strompreise

Wenn es nach Ilse Aigner geht, steht Deutschland vor großen Veränderungen. Steigende Strompreise im Blick, plädiert die Bundeslandwirtschaftsministerin für gänzlich veränderte Bedingungen bei der Nutzung der Felder. Statt Weizen oder Gerste anzubauen, möchte die Politikerin den Anteil jener Flächen, auf denen Energiepflanzen für Biostrom angebaut werden, deutlich vergrößern. Sind es im Moment noch rund 1,8 Millionen Hektar klassisch genutzter Flächen, so soll sich das in den kommenden zehn Jahren deutlich verändern. Bis 2020 soll die Fläche Aigner zufolge auf rund 3 Millionen Hektar erweitert werden.

Vor allem Raps eignet sich hervorragend, um es als Energieträger zu nutzen, es als Alternative zu den bisherigen Energieträgern zu etablieren und damit etwas gegen steigende Strompreise zu tun. Denkbar wären nach Überzeugung von Experten Mengen bis zu 45 Terrawattstunden, die jährlich aus Biostrom gewonnen werden. Das würde etwa ein Drittel der Menge sein, die im zurückliegenden Jahr deutschlandweit an Energie produziert worden ist.

Schon sind es rund zwei Drittel der erneuerbaren Energien, die aus sogenannter Biomasse stammen. Biomasse-Kraftwerke werden zwar immer wieder errichtet und betrieben, gelten aber wegen der oftmals mit ihnen einhergehenden Geruchsbelästigung als sehr umstritten. Das verbleibende Drittel, das aus Sonne, Wind und Wasser gewonnen wird, ist inzwischen technisch problemlos zu gewinnen. Vor allem die Gewinnung dieser erneuerbaren Energien wird durch die Bundesregierung gefördert und steuerlich entlastet, sodass die finanziellen Anreize und die technischen Innovationen in den zurückliegenden Jahren für einen deutlichen Schub gesorgt haben. Wie lange diese Förderung aufrechterhalten wird, ist allerdings fraglich. Daher ist der Endverbraucher gut darin beraten, einen Ökostrom-Vergleich durchzuführen, um den für sich besten und günstigsten Ökostromanbieter zu finden.

Mit Blick auf den von der Regierung verkündeten Atomausstieg wird Bio- und Ökoenergie aber weiter an Bedeutung gewinnen. Wenn kein Atomstrom mehr produziert und importiert werden soll und die fossilen Energieträger wie Kohle ihrem Ende entgegengehen, sind sinnvolle Alternativen unausweichlich. Denn wenn sie nicht rechtzeitig entwickelt werden, werden die Strompreise in eine Höhe klettern, die vom Verbraucher nicht mehr zu bewältigen ist.

Foto: MedusArt / Shutterstock



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