Ein Lebensmittel- Skandal jagt den nächsten in Deutschland. Schuld daran oftmals die katastrophalen Haltungsbedingungen der Tiere, die billig in unseren Masthallen produziert werden. Das Thema ´Antibiotika´in der konventionellen Tierhaltung wird seit Monaten diskutiert, doch ändert sich auch etwas? Der Bund legt nun nach und fordert Agrarministerin Aigner auf, die Antibiotikamenge in der Masttierhaltung stark zu reduzieren und endlich die tierschutzwidrigen Bedingungen in der Tierhaltung zu verbessern. Eine aktuelle Studie beweist: Deutschland hat die Lebensmittelskandale satt und fordert endlich eine Verbesserung.
Antibiotika im Fleisch- Keime im Stall
Damit Tiere in der Massentierhaltung nicht erkranken, bekommen sie Antibiotika verabreicht. Andauernd erkranken einige Tiere. Damit die anderen sich nicht anstecken, wird immer dem gesamten Bestand Antibiotika verabreicht.In die Tiermastbetriebe gelangen rund 70 Prozent der Antibiotika. Die Gefahr für uns Menschen ist enorm. Die Keime werden resistent und gelangen durch den Fleischverzehr in den menschlichen Körper. Die gefährlichen Keime MRSA ( Methicilin Resistente Staphylokokkus Aureus) sind antibiotikaresitent und können für uns Menschen tödlich enden.
Forsa- Umfrage beweist: Die Mehrheit der Deutschen ist gegen die Vergabe von Antibiotika in der Tierhaltung
Eine Umfrage des Meinungsinsitutes Forsa lässt keinen Zweifel am Ergebnis: Die große Mehrheit der Bundesbürger ist gegen den Einsatz bestimmter Humanantibiotika in der konventionellen Tierhaltung. 83 Prozent der Deutschen ist dagegen und fordert ein Umdenken in der Massentierhaltung. Der Bund hat diese Umfrage in Auftrag gegeben und fühlt sich nun bestärkt, mehr Druck auszuüben und die Vergabe von Antibiotika in der Masthaltung deutlich zu reduzieren.
Hubert Weiger, BUND-Vorsitzender erklärt: “Vor einem halben Jahr hat das Landwirtschaftsministerium in Nordrhein-Westfalen den exzessiven Einsatz von Antibiotika in der Hühnerhaltung publik gemacht und vor fünf Monaten fand der BUND auf Fleisch aus deutschen Supermärkten antibiotikaresistente Keime. Die Gefahren für die Bevölkerung sind nach wie vor sehr hoch und die zuständige Ministerin hat keinen wirksamen Plan zur Bekämpfung dieser Missstände. Frau Aigner muss endlich entscheiden was ihr wichtiger ist, die Wahrung der Interessen der Agrarlobby oder der Gesundheitsschutz der Bevölkerung und der Schutz der Tiere. Wir brauchen ein politisch gesetztes Minderungsziel für die Abgabe von Tierarzneien. Davor drückt sich Agrarministerin Aigner leider”, sagte der BUND-Vorsitzende Weiger. Er forderte eine Halbierung des Antibiotika-Einsatzes in der Tierhaltung bis 2015. Zusätzlich müsse es eine Verpflichtung für Tierärzte geben, vor Verordnung eines Antibiotikums immer einen Test zur Bestimmung des jeweiligen Krankheitserregers durchzuführen. Nur so könne gewährleistet werden, dass es “nicht zum Antibiotika-Einsatz nach dem Schrotflinten-Prinzip” komme´.( Quelle presseportal.de)
Quantität statt Qualität in Deutschland
Deutschland kann sich ganz weit hinter viele andere Länder stellen, denn Fleischprodukte werden hier wie Ramsch- Ware gehandelt. Fleischprodukte sind zu billig und werden in fast jedes Gericht gemischt. In anderen Ländern ist Fleisch noch immer ein Luxus- Produkt und die artgerechte Aufzucht und das hochwertige Futter werden honoriert. Die Deutschen sind bald ebenso resistent gegen Lebensmittel- Skandale wie die dazugehörigen gefährlichen Keime. Studien beweisen jedoch, dass die Deutschen keinesfalls einverstanden sind mit der Haltung der Tiere. Demonstationen wie ´Wir haben es satt´beweisen, dass viele eine Veränderung in der Agrarwirtschaft verlangen. Verbraucher bestimmen den Markt. Bleiben die billigen Fleisch-Produkte in der Theke und ist stattdessen die Nachfrage nach Bio- Fleisch höher, kann sich auch ohne politisches Eingreifen viel ändern.
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