Der massive Einsatz von Antibiotika in der industriellen Tiermast ist nun nicht mehr zu leugnen. Der Bund für Umwelt- und Naturschutz ( Bund) hat in mehr als der Hälfte in Deutschland entnommener Fleischproben ESBL- Keime gefunden. Antibiotikaresistenzen sind nicht ungefährlich- kranke und immunschwache Menschen können an diesen Keimen schwer erkranken und sogar sterben. Durch die Aufnahme dieser ESBL- Keime werden die Verbraucher resistent gegen Antibiotika.
Das Ende der Geflügelmast?
Die industrielle Masttierhaltung hat nichts mehr mit artgerechter Nutztierhaltung zu tun.Wer das typische Bauernhofambiente im Kopf hat, wird hier enttäuscht. In riesigen Hallen mit künstlichem Licht fristen tausende Hühner und Puten zusammengepfercht ein schlimmes Dasein. Diese Haltung ist nur unter Einsatz großer Mengen Antibiotika möglich. Hubert Weigner, BUND Vorsitzender erklärt:´Jede zweite Hähnchenfleisch- Probe aus deutschen Supermärkten ist mit antibiotikaresistenten Keimen belastet. Das ist die erschreckende Folge des fortgesetzten Antibiotika- Missbrauchs. Dieser ist nicht nur dafür verantwortlich, dass wichtige Medikamente ihre lebensrettende Wirkung verlieren können. Das Ausmaß der Kontamination von Lebensmitteln mit Krankenhauskeimen ist ein deutliches Warnsignal vor den Kollateralschäden der industriellen Tierhaltung.´( Quelle bund.net)
Bio- Geflügel auch betroffen?
Bio- Geflügel wird grundsätzlich nicht mit Antibiotika zugefüttert. Die Hühner werden bei Krankheit zunächst nur mit homöopathischen Mitteln behandelt. Benötigt dass Tier dennoch Antibiotika, werden diese auch den Bio- Hähnchen verabreicht. Dies geschieht allerdings in deutlich geringerem Ausmaß, denn Bio- Hähnchen leben bei weitem nicht unter solch katastrophalen Verhältnissen wie seine kommerziellen Kollegen. Sie wachsen in kleineren, übersichtlicheren Beständen unter artgerechten Bedingungen auf. Daher sind die Bio- Hähnchen auch gesünder und brauchen deutlich weniger Medikamente. Bekommt ein Bio- Huhn zum Zweiten Mal Antibiotika verabreicht, darf der Erzeuger dieses nicht mehr als Bio- Fleisch verkaufen.
bild: shutterstock- Leonid Shcheglov




Hab mal grad durchgerechnet bei 1.544.000t hähnchenfleisch pro Jahr und einem Gewicht von durchschnittlich 900g pro Huhn bekäme jedes Huhn 0,2g Antibiotika(von den 780t) pro Jahr. Ich glaube die aussagen der ministerin beziehen sich jedoch nicht auf nur hähnchenfleisch sondern auf die gesamte fleischproduktion in unserem Land, daher ist dies doch eher gering. Wer selbst nochmal rechnen will
http://www.landwirtschaft-bw.info/LEL_Agrarmärkte-2011-p–01-Allgemeines-(2012).pdf
Ich möchte mich hier als Koch trotzdem von der Massentierhaltung distanzieren und fordere mehr Umsicht und Respekt gegenüber unseren tierischen Freunden.