Mehr Transparenz bei regionalen Produkten

Die Kennzeichnungspflicht ist ein schwieriges Thema. Verbraucher vertrauen darauf was ihnen die Werbung und die hübschen Bilder auf den Etiketten versprechen und Hersteller geben oftmals nur das nötigste an und verschlüsseln die Inhaltsstoffe in einem fachchinesisch, welches der Normalverbraucher niemals entschlüsseln kann. Mehr als die Hälfte der Verbraucher achtet beim Einkauf auf Produkte aus der Region. Doch wo fängt die Region an und hört sie auf?

Ilse Aigner startet bundesweite Initiative

Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner nützt die internationale Grüne Woche und startet bundesweit eine Initiative für eine bessere Kennzeichnung regionaler Lebensmittel.

´Wir erleben in Deutschland eine Renaissance des Regionalen. Es gibt viele erfolgreiche Anbieter, die ihre regional erzeugten Produkte mit großem Engagment bewerben. Bisher kann der Kunde aber leider nicht immer erkennen, ob drin ist was drauf steht. Deshalb werde ich mit den Regionalanbietern an einer besseren Regionalkennzeichnung arbeiten. Das Vertrauen der Kunden ist ein entscheidender Faktor für die vielen erfolgreichen Vermarkter aus der Region. Beide Seiten eint das Interesse an einer verlässlichen, transparenten Kennzeichnung. Was wir brauchen, sind klare Kriterien für eine aussagekräftige und verlässliche Regionalkennzeichnung in Deutschland. Verbraucher müssten beim Blick auf die Verpackung erkennen können, warum ein Hersteller sein Produkt “regional” nennt. Das fängt bei der Frage an: Was ist eine Region? Wo beginnt sie, wo endet sie? Zudem möchten Verbraucher vor allem wissen, woher die Hauptzutaten stammen. “Wir wollen kein eigenes neues Siegel etablieren, sondern Klarheit darüber schaffen, wie viel Regionalität tatsächlich hinter den regionalen Kennzeichnungen steckt, wie die Bedingungen aussehen, unter denen ein Produkt erzeugt wurde. Mehr Transparenz und mehr Klarheit – das ist nicht nur ein Anliegen der Verbraucher, sondern vieler Regionalvermarkter. Regionale Produkte sind ein Zukunftsmarkt – langfristig werden sie aber nur Erfolg haben, wenn sie das Vertrauen der Verbraucher finden,´so Aigner auf der Grünen Woche in Berlin. ( Quelle oekolandbau.de)

Regionalfenster soll Klarheit schaffen

Das Bundesministerium beauftragte das Forschungsinsitut für biologischen Landbau zusammen mit der Initiative MGH Gutes aus Hessen GmbH ein Konzept zu entwickeln, welches den Herstellern ermöglicht, eindeutige und aussagekräftige Informationen über das regionale Produkt auf den Etiketten darzustellen. Ein Regionalfenster soll hier die Lösung sein. So kann man auch bei zusammengesetzten Produkten die Herkunftsregion mit jeweiligen Prozentsatz herausfiltern, den Ort der Verarbeitung und die Herkunfts- Region einzeln darstellen. Ziel des Konzeptes ist es, bundesweit eine eindeutige und transparente Kennzeichnung für regionale Produkte durchzusetzen. Das Regionalfenster wird freiwillig und mit einem Zertifizierungs- und Kontrollsystem verbunden sein. Verbraucher die bewusst einkaufen, auf Qualität achten und die regionale Landwirtschaft unterstützen möchten, werden demnächst ein weiteres Siegel/ bzw. Fenster zu beachten haben.

Bundesministerin Ilse Aigner wird das Konzept im April 2012 auf der Agrarministerkonferenz in Konstanz vorstellen.

 

Quelle: oekolandbau.de/ BMELV- Pressemitteilung

bild: Alexander Chaikin/ shutterstock

 



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