Südamerika ernährt unsere Masttierhaltung- Soja auf der Überholspur

Kaum einer macht sich Gedanken woher das viele Futter für unsere Nutztiere kommt. Sicher nicht aus Deutschland, denn in heimischen Mastbetrieben leben rund 14 Millionen Rinder, eine Million Schafe, 23 Millionen Schweine und unzählige Millionen Hühner und Puten. Unsere Anbauflächen sind zu klein um die Massen an Nutztieren zu ernähren. Woher also kommen die Futtermittel?

Soja- Futtermittel aus Südamerika

Soja ist hauptsächlich den Vegetariern bekannt. Doch Soja ist im Tierfutterbereich der konventionellen Betriebe das wichtigste Eiweißfutter. Rund 80 Prozent des importierten Sojas landet als Futter in Europas und Nordamerikas Masttierhaltungen. Für die benötigte Anbaufläche müssen riesige Teile des Regenwaldes weichen. Mit  Soja bringen viele Verbraucher ein Naturprodukt in Verbindung- Sojamilch oder Tofu. Soja beruhigt unser schlechtes Gewissen. Vielen fehlt das Hintergrundwissen wie und wo Soja angebaut wird und was die riesigen Plantagen in Südamerika für katastrophale Auswirkungen haben. Mit Soja verbindet kaum einer den Begriff Fleisch- doch genau hier landet 80 Prozent der Bohne als Mehl verarbeitet- in den Tiertrögen der Masttierbetrieben. Der weltweite Hunger nach Fleischprodukten lässt nicht nach. Im Gegenteil. Fleisch lässt sich  mithilfe des billigen Tierfutters ( Soja) günstig produzieren.

Soja- gefragt wie nie

Soja wird immer beliebter und hinterlässt eine deutliche Spur der Zerstörung. Die globale Soja- Anbaufläche beträgt mittlwerweile rund 90 Millionen Hektar. Die Plantagen brauchen Platz und so muss der lebenswichtige Regenwald Stück für Stück weichen. Soja erfreut sich nicht nur in der konventionellen Landwirtschaft äußerster Beliebtheit. Aus der Bohne wird neben Mehl, vorallem Öl produziert und dieses befindet sich in Mayonaise, Margarine und auch in kosmetischen Produkten. Mit den steigenden Benzinpreisen wird sich ebenfalls  nach Alternativen umgesehen und somit drehen sich die Gespräche um Biodiesel, welches nichts anderes bedeutet als Soja in Form von Biotreibstoff.

Gentechnik macht auch bei der Soja- Bohne nicht Halt. Während in Deutschland der Anbau der gentechnisch veränderten Soja- Bohne nicht zugelassen ist, ist in Südamerika die Zucht der herbizidresistenten Bohne mittlerweile Normalität. Die EU importiert jährlich rund 21 Millionen Tonnen davon  in Form von Futtermehl. Zusammengefasst bedeutet das: Anbauen in Deutschland verboten- doch das Endprodukt wird importiert.

Womit werden Bio- Tiere ernährt?

In Bio- Betrieben werden die Nutztiere weitgehend in den Betriebskreislauf integriert. Es werden nur so viele Tiere gehalten wie vom Standort des Hofes ernährt werden kann. Die schädlichen Umweltwirkungen, die die konventionelle Nutztierhaltung verursacht, sollen vermieden werden. Das Futter stammt also weitgehend aus eigenem Anbau, wird nicht importiert und besteht aus artgerechtem Futter. Noch ein weiterer Grund, seine Essgewohnheit umzustellen. Es ist die Umwelt, die wir mit dem Verzehr  konventioneller Fleischprodukte zerstören.

 

Bild: sima/ shutterstock.com



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