Berlin, 21.01.2012/ 23. 000 engagierte Menschen demonstierten in Berlin gegen die schleichende Industrialisierung unserer Lebensmittel. Diese Menschen forderten von Frau Merkel und Frau Aigner eine Neuausrichtung der Agrarpolitik. Lebensmittelskandale, Gentechnik, Tierquälerei in unseren Mastanlagen müssen endlich ein Ende finden. Deutschland spricht sich für eine bäuerliche ökologische Zukunftslandwirtschaft aus. Unsere Regierung lenkt jedoch nicht ein.
Demo war ein voller Erfolg
Die große Zahl der Teilnehmer an der ´Wir haben es satt´Demo beweist, wieviele Menschen sich gegen unsere Agrarwirtschaft aussprechen. Bauernhof statt Agrarindustrie ist ihr Motto und viele Organisationen, Prominente und Vereine unterstützten die Großversammlung in Berlin durch ihre Anwesenheit. Die Veranstalter warfen der Bundesregierung vor, bei der Reform der EU- Agrarpolitik bislang Steigbügelhalter für die Agrarindustrie zu sein, statt die Forderung der Menschen endlich durchzusetzen. Hier geht es scheinbar nur ums Geld. Viele fordern nun, dass die Agrarzahlungen an ökologische, soziale und bäuerliche Betriebe, die Tierschutzgerecht wirtschaften, gekoppelt werden und sämtliche Subventionen für den Agrarexport zu stoppen seien.
´Wir haben die Politik der leeren Versprechungen der Bundesregierung satt!´, empört sich Reinhild Benning, BUND- Agrarexpertin.´Die Vorschläge von Landwirtschaftsministerin Ilse Aigner enthalten null Komma null Tierschutz. Der Vorschlag zum Arzneimittelgesetz enthält keine Zielvorgabe, die Antibiotika- Gaben nachhaltig zu reduzieren. Die Vorgaben für den Ausschluss von Human- Antibiotika in der Massentierhaltung sind zu lasch´. ( Quelle Pressemitteilung wir-haben-es-satt.de )
Weg von Überproduktion und Fleischexporten
Die Köchin und Bio- Gastronomin Sarah Wiener war ebenfalls auf der Demo und sagt:´Jüngst wurden antibiotikaresistente Keime in Hühnerfleisch gefunden- dies war vermutlich nur die Spitze des Eisbergs. Wir haben diese ständigen Lebensmittelskandale satt. Es ist höchste Zeit, dass endlich grundlegende Konsequenzen daraus gezogen werden. Wir müssen weg von der Agrarindustrie, hin zu einer bäuerlichen und nachhaltigen Landwirtschaft.´( Quelle Pressemitteilung wir-haben-es-satt.de )
Unnötige Tierquälerei in den Mastbetrieben
Der Präsident des Deutschen Tierschutzbundes Thomas Schröder war ebenfalls anwesend und stellte fest:´Es geht um die Systemfrage: Lassen wir es weiter zu, Tiere in Haltungssysteme zu zweingen, die ihnen Schmerzen und Leid zufügen? Denn das ist heute der Alltag für Millionen von Tieren. In den Intensivhaltungen leiden sie direkt. Unter den Folgen leidet aber auch die Umwelt, Bäuerinnen und Bauern sowie VerbraucherInnen. Daher braucht es den Schulterschluss gesellschaftlicher Gruppen. Wir kämpfen für mehr Tierwohl im Stall, gegen Gentechnik- Futtermittelimporte aus Übersee und für mehr Unterstützung der bäuerlichen, artgerechten Landwirtschaft.´( Quelle Pressemitteilung wir-haben-es-satt.de )
Die EU- Agrarreform 2013 bietet Chancen, diese Wende einzuleiten. Agrarsubventionen müssen künftig gesellschaftliche Leistungen finanzieren und nicht der Agrarindustrie die Taschen füllen, forderten Benning und Fritz/ Presseteam wir-haben-es-satt
Bild und Quelle: wir haben es satt.de


